Politische Hintergründe

Angesichts der hohen Unfallzahlen, des menschlichen Leids und der guten Vermeidbarkeit von Unf?llen gibt es den politischen Willen, Kinderunfallpr?vention in nationale und internationale Grundsatzprogramme zu verankern.

Im Folgenden erhalten Sie einen überblick über die Gesetze, Empfehlungen und Resolutionen, die Kindersicherheit und Unfallpr?vention in den Fokus des politisch Handelns rücken und somit eine wesentliche Grundlage für die Arbeit der BAG Mehr Sicherheit für Kinder schafft.

Die Nationale Pr?ventionskonferenz (NPK) hat im Interesse einer wirksamen und zielgerichteten Gesundheitsf?rderung und Pr?vention die folgenden bundeseinheitlichen tr?gerübergreifenden Rahmenempfehlungen (Bundesrahmenempfehlungen) beschlossen.

Die Nationale Pr?ventionskonferenz (NPK) wurde mit dem am 25.07.2015 in Kraft getretenen Gesetz zur St?rkung der Gesundheitsf?rderung und der Pr?vention (Pr?ventionsgesetz) eingeführt. Ihre Aufgabe ist es, eine nationale Pr?ventionsstrategie zu entwickeln und fortzuschreiben (§§ 20d und 20e SGB V). Tr?ger der NPK sind die gesetzliche Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung sowie die soziale Pflegeversicherung, vertreten durch ihre Spitzenorganisationen: GKV-Spitzenverband als Spitzenverband Bund der Kranken- und Pflegekassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie Deutsche Rentenversicherung Bund. Sie bilden die NPK als Arbeitsgemeinschaft nach § 94 Absatz 1a SGB X.

Ziel ist es, Strukturen aufzubauen bzw. zu st?rken, welche einen Beitrag zu gesundheitsf?rderlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen leisten, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu verbessern und sie dabei zu unterstützen, ihre Ressourcen für ein gesundes Leben voll auszusch?pfen.

Hier gelangen Sie zu den Bundesrahmenempfehlungen nach § 20d Abs. 3 SGB V in der Fassung von 29.08.2018.

Das Pr?ventionsgesetz (Pr?vG) trat in seinen wesentlichen Teilen am 25. Juli 2015 in Kraft.

Das Gesetz zur St?rkung der Gesundheitsf?rderung und der Pr?vention verbessert die Grundlagen für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungstr?ger, L?nder und Kommunen in den Bereichen Pr?vention und Gesundheitsf?rderung - für alle Altersgruppen und in vielen Lebensbereichen. Denn Pr?vention und Gesundheitsf?rderung sollen dort greifen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten: In der Kita, der Schule, am Arbeitsplatz und im Pflegeheim.

Mit dem Gesetz wurden au?erdem die Früherkennungsuntersuchungen in allen Altersstufen weiterentwickelt und wichtige Ma?nahmen zum Impfschutz geregelt.

Zum Pr?ventionsgesetz im Wortlaut gelangen Sie hier.

Das Regionalkomitee der WHO verabscheidete am 17. September 2014 die Resolution: "In Kinder investieren: Die Strategie der Europ?ischen Region zur F?rderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (2015–2020)" (EUR/RC64/12).

Darin fordert die WHO die Mitgliedstaaten eindringlich auf:

  1. auf eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Kleinkinder, Kinder und Jugendlichen und auf eine Verringerung ihrer Krankheitslast,
  2. die Rechte von Kindern zu achten, ihre soziale Integration zu f?rdern, Chancengleichheit in Bezug auf die Verwirklichung einer h?chstm?glichen Lebensqualit?t herzustellen und in Interventionen zu investieren,
  3. die Gesundheitssysteme und die Pr?ventionsangebote so zu st?rken, dass sie den Zugang zu einem Kontinuum der hochwertigen Gesundheitsversorgung erm?glichen,
  4. sicherzustellen, dass in Bezug auf die bestehenden internationalen Berichtspflichten im Bereich der Kindesmisshandlung einschl?gige Kontrollsysteme vorhanden sind.

In ?Gesundheit 2020“, dem Rahmenkonzept für Gesundheit und Wohlbefinden, stellt das Regionalkomitee für Europa Strategien für die Gestaltung der Gesundheitspolitik, die für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von besonderer Bedeutung sind, dar. Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Europ?ischen Region verbessert sich kontinuierlich, doch es gibt Gründe zur Besorgnis. Diese werden besonders deutlich in der nach wie vor erheblichen gesundheitlichen Missverh?ltnissen innerhalb von L?ndern wie auch zwischen L?ndern.

Für die Verletzungspr?vention steht konkret ein breites Spektrum kosteneffektiver Interventionen bereit. Die besten Konzepte bewirken, dass beispielsweise durch eine Kombination aus gesetzlichen Initiativen für sicherere Produkte und einem Sozial-Marketing zur Verringerung von Risikoverhalten sichere, nachhaltige Umfelder geschaffen werden.

Als Zukunftsvision der WHO wird angestrebt, dass alle in der Europ?ischen Region geborenen Kinder und Jugendlichen zu Hause, in der Nachbarschaft und in Kindergarten und Schule ein gesundes und sicheres Umfeld vorfinden. Besonders die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in Planung und Entwicklung sicherer und nachhaltiger Lebensumfelder soll das Leben der Kinder sichtbarer machen und ihnen zu ihrem Recht verhelfen, wahrgenommen und geh?rt zu werden.

Beitr?ge von nichtstaatlichen Organisationen - wie der BAG Mehr Sicherheit für Kinder - sind laut dem Bericht der WHO eine entscheidende Voraussetzung zur Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Weitere Informationen finden Sie unter:  http://www.euro.who.int/de/about-us/governance/regional-committee-for-europe/64th-session

Das Bundeskinderschutzgesetz ist am 1. Januar 2012 in Kraft getreten.

Das Bundeskinderschutzgesetz sieht insbesondere ein unbürokratisches Verfahren bei der Qualit?tsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe, die Erweiterung der Bundesinitiative "Familienhebammen" sowie die dauerhafte finanzielle Sicherstellung der psychosozialen Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern durch den Bund vor.

Konkret wird das Gesetz den Schutz von Kindern in folgenden Bereichen verbessern:

  • Frühe Hilfen und Netzwerke für werdende Eltern
  • St?rkung des Einsatzes von Familienhebammen
  • Ausschluss einschl?gig Vorbestrafter von T?tigkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe
  • Befugnisnorm für Berufsgeheimnistr?ger zur Informationsweitergabe an das Jugendamt
  • Regelung zum Hausbesuch
  • Verbindliche Standards in der Kinder- und Jugendhilfe

Informationen zum Bundeskinderschutzgesetz auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Hier gelangen Sie zum Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) im Wortlaut.

Am 24. Mai 2011 verabschiedete die 64. Weltgesundheitsversammlung zum ersten Mal eine Resolution zur Kinderunfallpr?vention.

Die Resolution, initiiert vom WHO/UNICEF Weltbericht zur Kinderunfallpr?vention, liefert die Grundlage, um Ma?nahmen zur Pr?vention von Kinderunf?llen zu unterstützen. Unf?lle sind die h?ufigste Todesursache bei Kindern unter 5 Jahren. Mehr als 830.000 Kinder weltweit sterben jedes Jahr durch Verkehrsunf?lle, Ertrinken, Verbrennungen, Stürze und Vergiftungen.

Die Resolution fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, die Pr?vention von Kinderunf?llen zu priorisieren, die Empfehlungen des Weltberichts zur Kinderunfallpr?vention zu übernehmen und sektorübergreifend Regeln und Aktionspl?ne mit realistischen Zielen zu entwickeln und umzusetzen. Sie ruft den WHO Generaldirektor dazu auf, zusammen mit den Mitgliedsstaaten wissenschaftlich fundierte Regeln zur Kinderunfallpr?vention zu etablieren, Forschungen voranzutreiben, neue Einrichtungen zu schaffen und vorhandene Ressourcen zur Kinderunfallpr?vention zu mobilisieren und den L?ndern weitere technische Unterstützung zu liefern, um Ma?nahmen zur Kinderunfallpr?vention zu entwickeln und umzusetzen sowie Notfall- und Rehabilitationseinrichtungen zu st?rken. Au?erdem ruft die Resolution zur Einrichtung eines Netzwerkes von UN-Organistationen, internationalen Entwicklungspartnern und nichtstaatlichen Organisationen auf, um Aktivit?ten zur Kinderunfallpr?vention effizient zu koordinieren und umzusetzen.

Bei der Verabschiedung der Resolution bekr?ftigten rund 20 Mitgliedsstaaten ihre uneingeschr?nkte Unterstützung - einige von ihnen wiesen auf den hohen Tribut an Kinderleben durch Unf?lle in ihren L?ndern hin. Der Delegierte aus Bangladesh stellte fest, dass Kinderunf?lle eine "Nationale Katastrophe" seien, w?hrend der Abgeordnete aus den Vereinigten Staaten erkl?rte, Kinderunfallpr?vention müsse in jedem nationalen Gesundheitsplan für Kinder und Jugendliche sowie in den Programmen gegen Kindersterblichkeit enthalten sein.

Die Verabschiedung dieser historischen Resolution durch die Weltgesundheitsversammlung ist ein wichtiger Meilenstein, da darin Kinderunf?lle als zentraler Punkt für das überleben von Kindern festgehalten werden. Hierdurch wird die Notwendigkeit zur Verbesserung und Finanzierung von Programmen gegen Kindersterblichkeit betont, um die Kinderunfallpr?vention zukünftig einschlie?en zu k?nnen.

Resolution im Originaltext (pdf, englisch)

Erkl?rung von Parma über Umwelt und Gesundheit

Vom 10. bis 12. M?rz 2010 fand die Fünfte Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in Parma (Italien) statt. Thema der Konferenz war der Schutz der Gesundheit der Kinder in einer sich ver?ndernden Umwelt. Die vom WHO-Regionalbüro für Europa organisierte internationale hochkar?tige Konferenz war der Start für eine neue Etappe im Prozess Umwelt und Gesundheit in der Europ?ischen Region, der nun seit rund 20 Jahren im Gange ist.

Mit der gemeinsam verabschiedeten ?Erkl?rung von Parma über Umwelt und Gesundheit“ bekr?ftigten die 53 Regierungen der Europ?ischen Region der WHO ihren Einsatz zum Abbau umweltbedingter Gefahren für die Gesundheit. Ihre Anstrengungen richten sich auf den umweltbezogenen Gesundheitsschutz der Kinder gem?? den Zielen und Verabredungen des CEHAPE-Aktionsplans, darunter auch der Schutz vor Verletzungen durch Schaffung einer sicheren Umwelt und durch mehr Bewegung. In dem zu der Erkl?rung zugeh?rigen Dokument ?Entschlossenheit zum Handeln“ hei?t es: ?Wir sind bestrebt, bis 2020 jedem Kind Zugang zu gesunden und sicheren Umgebungen und Lebensumfeldern zu verschaffen, damit es zu Fu? oder mit dem Rad in Kindergarten oder Schule gelangen und auf Grünfl?chen spielen und k?rperlich aktiv sein kann. So beabsichtigen wir Verletzungen zu verhindern, indem wir wirksame Ma?nahmen durchführen und Produktsicherheit f?rdern.“

Erkl?rung von Parma über Umwelt und Gesundheit

Das Bundeskabinett hat im Mai 2008 die "Strategie der Bundesregierung zur F?rderung der Kindergesundheit" beschlossen.

Zentrales Ziel der Strategie ist es, Pr?vention und Gesundheitsf?rderung auszubauen und die gesundheitliche Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen zu f?rdern. Ausgangspunkt der Strategie ist das Ergebnis des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys. Darin sind erstmalig umfassende und repr?sentative Daten zur Gesundheit, zum Gesundheitsverhalten und zur Gesundheitsversorgung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zusammengestellt worden. Mit der Strategie Kindergesundheit bündelt die Bundesregierung die verschiedenen Initiativen zur F?rderung der Kindergesundheit, die weit über das Gesundheitswesen hinaus in alle Bereiche hineinwirken.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/redaktion/pdf_publikationen/BMG-G-07051-Strategie-Kindergesundheit.pdf

 

 

Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Europa stellen Unf?lle und Verletzungen die Haupttodesursache dar. Besonders hoch ist das Risiko von Todesf?llen und schweren Verletzungen im Haushalt, in der Freizeit und beim Sport, im Stra?enverkehr, am Arbeitsplatz und in Verbindung mit Verbraucherprodukten.

Durch wirksame Ma?nahmen k?nnten die enormen sozialen Kosten von Unf?llen und Verletzungen weiter gesenkt werden, vor allem, indem Risikoumst?nde und Risikogruppen ins Blickfeld genommen werden, die bisher nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestanden haben. Die wesentlichen Leits?tze für Ma?nahmen zur Verletzungspr?vention in der EU hat der Rat der Europ?ischen Union am 31. Mai 2007 in einer Empfehlung verabschiedet.

Empfehlung des Rates der Europ?ischen Union zur Pr?vention von Verletzungen und zur F?rderung der Sicherheit 

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